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     Seelenfluch
     Toujous Pur (Bellatrix)








Da ich heute nicht den Morgen betrachte, sondern den gestrigen Tag und diesen Morgen, wird der Eintrag vielleicht etwas l?nger. Wie ihr euch ja erinnert, habe ich gestern wiedermal ?ber das leidige Thema nachgedacht: Den Tod. Naja, wie ich eben so nachgedacht habe und an Alina dachte, wurde ich eben auch traurig, so ist das eben. Aber was genauso ein festgeschriebenes Gesetz ist, ist scheinbar die Tatsache, dass genau dann immer jemand anruft. In dem Fall war es meine Mutter. Sie hat nat?rlich gemerkt das ich weine und mich sofort zu einer Therapie ?berredet wegen meinen ach so schlimmen Depressionen. M?glicherweise habe ich ja Depressionen, aber darf man nicht mal mehr flennen, ohne das jeder denkt man dreht am Rad? Naja, sie kam sp?ter vorbei. Ich musste ihr das erlauben, weil sie mal wieder mit der Polizei gedroht hat und den ?rger wollt ich mir wirklich ersparen. Gegen 13 Uhr war sie dann da und das erste was sie gemacht hat, war mein geliebtes Chaos zu ruinieren. Ich f?hle mich nun mal wohl wenn alles griffbereit rumliegt und wenn es auf dem Boden liegt ist es mir auch wurscht. Ordnung ist dieses sterile Gef?hl. In einer geordneten Wohnung f?hl ich mich nicht wohl, es wirkt irgendwie... lieblos. Keine Ahnung warum, vielleicht hab ich ja ein Rad ab. Sp?ter hat sie mich noch zum einkaufen mitgeschleift. Ist immerhin was positives, so musst ich die Eink?ufe nich\' selber blechen. Dann kam nur noch belangloses Gerede von wegen... ich muss zum Psychater. Naja, jetzt macht sie da einen Termin, soll mir recht sein. Wann kriegt man schon mal die Gelegenheit einen professionellen Seelenklemptner zu verarschen?

Als ich dann zuhause war bin ich direkt in\'s Bett gefallen und hab\' ziemlich lange gepennt. So bis 20 Uhr oder so, hab\' nich\' auf die Uhr geschaut. Die T?rklingel hat mich gewegt. Ich also rein in die Hose und Simon stand vor der T?r. Er hat mich ?berredet noch mit zu kommen, einen saufen. Warum eigentlich nicht? Wenn man die ?brig geblieben Gehirnzellen auch noch wegknallt, denkt man wenigstens nimmer ?ber das Leben nach. Ungef?hr um 2 Uhr bin ich in\'s Bett gefallen und habe nochmal geschlafen. Um so Viere rum bin ich wieder aufgewacht. Ich f?hlte mich recht gut, irgendwie lockerer als sonst. Also habe ich mich vor den Pc geflankt und mir Donnie Darko reingezogen. Ich war genau in der richtigen Stimmung f?r den Film. Irgendwie abgedreht und ich warte seitdem darauf, dass eine Flugzeugtorbine in mein Schlafzimmer kracht. Wir werden sehen was die Zukunft bringt.
27.6.04 06:35


Wieder ein ruhiger Morgen. Doch tr?gerisch wie so oft. Ich sitze vor diesem flimmernden Objekt, Bildschirm genannt und schl?rfe meinen Kaffee. Die Luft riecht nach kalten Rauch und ich habe seit f?nf Tagen das Haus nicht mehr verlassen. Es ist auch mal wieder an der Zeit sauber zu machen, der Staub t?rmt sich ?berall, aber irgendwie... Ich bin wie festgefroren. In meinem Geist l?uft eine kranke Revue-Show die mir immer wieder einen herben Schlag verpasst. Worte aus dem Mund meines Vaters, der einzige Mensch der mich zum straucheln bringen kann. Seine Worte sind wie Gift f?r die Seele und doch bin ich noch abh?ngig von ihm. Eben habe ich den Blog von Seelenfluch durchgelesen und es wurden Erinnerungen in mir geweckt. Vor fast genau 5 Jahren starb Alina, meine erste Freundin. Allen habe ich immer erz?hlt sie w?re fremd gegangen, damit ich nicht ?ber ihren tot sprechen musste. Der kleine Augenblick, wo ich lachend mit Freunden in meiner Bude hocke und das Telefon-Leutet. Mein Vater bringt mir den H?rer und ich frage nur "Hallo?" Und dann diese Nachricht. Alles war wie in Zeitlupe, bis die ersten Tr?nen kamen. Meine Freunde waren v?llig aufgel?st. Wir teilten uns den Freundeskreis und wir hatten eine sch?ne Zeit. Diesen Tag vergesse ich nie, Alina vergesse ich nie und den Schmerz werde ich wohl auch nie vergessen. Ein kleiner Autounfall zerst?rt etwas, was vielleicht noch Jahre angedauert h?tte. Sie war die erste und irgendwie auch die letzte. Alles was danach kam war belangloses gepl?nckel und nichtig.
26.6.04 07:59


Ein Tag der Schw?che. Ich bin nicht m?de, aber der Geist und mein K?rper wollen nicht so wie ich will. Vielleicht liegt es am Kreislauf oder an der aufkommenden Hitze, vielleicht liegt es auch an den Nerven. Es ist schon ein Kampf raus zu gehen und Kippen zu holen. Seit drei Stunden w?ge ich ab ob ich mich lieber ins Bett m?mel oder ob ich doch raus gehen soll. Vielleicht in den Park, da gibt es auch einen Zigarettenautomaten. In letzter Zeit habe ich nur immer das Gef?hl, die Blicke anderer Menschen gelten nur mir und zwar unfreundlicher Natur. Dass letzte mal, als ich solche Emotionen hatte, bin ich eingewiesen worden, weil das scheinbar das kl?gste in den Augen meines Vaters war. Naja, mal schauen wie es sich entwickelt. Vielleicht fall ich ja nun v?llig in mich zusammen.
17.6.04 17:37


Heute war mal wieder "Vatertag", so nenne ich den w?chentlichen Tag, an dem mein Vater zur Wohnungsinspektion kommt. Normale Menschen nennen den Tag wohl einfach Dienstag, aber das ist mir zu langweilig. Naja, wie auch immer. Normalerweise schreit er los, weil ich ein verfechter der Chaostheorie bin. Die beinhaltet so Weisheiten wie "Nur ein Genie ?berblickt das Chaos". Scheinbar h?lt er mich aber nicht wirklich f?r einen Genius, sondern einfach nur f?r faul. Dieses mal hat er darauf verzichtet zu schreien. Ist immerhin mal eine Abwechslung. Er hat sogar gefragt wie es mir geht. Ja hossa, tr?um ich oder was? Wunderpr?chtig... Und wie sah der Tag sonst aus? Es ist hei?. Schei?e, es ist h?llisch hei?. 37 Grad und es ist noch nicht mal Sommer. Ich hasse diese elende Hitze!
15.6.04 16:45


Nach dem Sommer folgt der Herbst und so ist es leider auch mit den Gef?hlen. Waren gestern noch Gedanken der Ruhe in meinem Kopf verankert, sind es heute hilflose Gef?hle und ein innerer schrei nach N?he. 5 Monate sind seit meiner letzten Beziehung vergangen. Wie ?blich zerbrach sie an Kleinigkeiten, die man wohl h?tte verhindern k?nnen, aber ich bin ja zu blind um das zu sehen. Durch diese Einsicht habe ich mich immer weiter von der Gesellschaft anderer abgekapselt. Da sag noch einer die eigene Wohnung sei ein Segen, sie ist ein Fluch. Drei Zimmer, K?che und Bad. Es kommt mir vor wie ein verlassenes Herrenhaus und ich bin darin gefangen. Meine aufkommenden Depressionen versuche ich mit Tabletten und Gedichten in den Griff zu bekommen, es klappt sogar einigerma?en, aber ewig wird mir das nicht helfen. Ein Kind des Winters sehnt sich nach dem Sommer des Lebens... bittere Ironie.
14.6.04 04:53


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